THEATERPÄDAGOGIK UND VERMITTLUNG
SELBSTVERSTÄNDNIS & HALTUNG
Für mich ist Theaterpädagogik ein Ort der Begegnung, der Auseinandersetzung und der Veränderung. Ich verstehe sie nicht nur als Vermittlungsarbeit zwischen Bühne und Publikum, sondern als eine Praxis, die das Theater als Institution kritisch befragt und mitgestaltet.
Ich erlebe das Theater nach wie vor als einen Raum, der von bestimmten Normen und Machtverhältnissen geprägt ist. Viele Perspektiven – insbesondere von marginalisierten Menschen – sind dort kaum sichtbar oder werden nur vereinzelt gehört. Diskriminierung, Ausschlüsse und Machtmissbrauch begreife ich dabei nicht als individuelle Ausnahmen, sondern als strukturelle Probleme. Diese Wahrnehmung prägt mein Verständnis von Theaterpädagogik wesentlich.
Theaterpädagogik bedeutet für mich, Verantwortung zu übernehmen: für die Menschen, die diese Räume nutzen (wollen), und für die Fragen, welche Stimmen gehört werden und welche nicht. Ich verstehe meine Arbeit als Interessenvertretung heterogener Nutzer*innen, die Bedürfnisse, Erfahrungen und Perspektiven ernst nimmt und innerhalb der Institution sichtbar macht. Dabei ist mir wichtig, meine eigene Positionierung und meine Privilegien kontinuierlich zu reflektieren.
Ich sehe Theaterpädagogik als eine diskriminierungskritische Praxis, die Räume schaffen kann, in denen Menschen sich ausprobieren, widersprechen und eigene Narrative entwickeln können – möglichst ohne dabei erneut mit Ausschlüssen oder Gewalt konfrontiert zu werden. Solche Räume begreife ich als Möglichkeitsräume, in denen Gegenentwürfe zu hegemonialen Bildern, Körpern und Erzählungen entstehen dürfen.
Besonders wichtig ist mir dabei auch die zunehmend kuratorische Rolle der Theaterpädagogik. Ich sehe hier großes Potenzial, gezielt Positionen in theatrale Räume einzuladen, die unterrepräsentiert sind. Theaterpädagogik kann Brücken bauen, Verbindungen herstellen und Räume öffnen – nicht nur für neue Zuschauer*innen, sondern für neue Perspektiven, Ästhetiken und Stimmen.
Für mich liegt die Stärke der Theaterpädagogik genau in dieser Zwischenposition: Sie bewegt sich zwischen Institution und Öffentlichkeit, zwischen Praxis und Kritik.
ANGEBOTE
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Kuration, Moderation und Organisation von Gesprächsformaten, Paneldiskussionen an der Schnittstelle von politischer und kreativer Bildung.
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Empowerment-Stücke & Workshops
Entwicklung und Durchführung von theaterpädagogischen Empowerment-Formaten für queere und neurodivergente Menschen. Arbeit an Selbstermächtigung, kollektiven Strategien, Sichtbarkeit und Gegenentwürfen zu normativen Erzählungen – künstlerisch, prozessorientiert und traumasensibel. -
Workshops & Laborformate
Theaterpädagogische Workshops zu Körper, Stimme, Rolle, Improvisation und kollektiven Arbeitsweisen. Die Arbeit orientiert sich an den Erfahrungen und Grenzen der Teilnehmenden und schafft Räume für Experiment, Scheitern und Verlernen. -
Jugend- & Communityarbeit
Konzeption und Leitung von Jugendclubs, offenen Gruppen oder projektbasierten Formaten. -
Diskriminierungs- & machtkritische Theaterpädagogik
Formate, die sich explizit mit Repräsentation, Ausschlüssen, Machtverhältnissen und eigenen Positionierungen auseinandersetzen – praxisnah, reflexiv und erfahrungsbasiert. -
Theaterpädagogische Begleitung von Produktionen Konzeption und Durchführung von Probenbegleitungen, Vor- und Nachbereitungen, Publikumsgesprächen sowie partizipativen Formaten – mit Fokus auf Awareness, Zugänglichkeit und unterschiedliche Bedürfnisse.
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Seminare und Lehraufträge
Lehrtätigkeiten im Kontext der Sozialen Arbeit und angrenzender Felder zu Theaterpädagogik, Awareness, Machtkritik, Traumasensibilität und neurodivergenten Perspektiven. -
Einführungen & Fortbildungen für Teams
Grundlagen der Theaterpädagogik für Ensembles, Theaterhäuser, freie Gruppen und Festivals – mit Fokus auf partizipative Arbeitsweisen, Kommunikation und Verantwortung.