AWARENESS IM THEATERKONTEXT
SELBSTVERSTÄNDNIS & HALTUNG
Awarenessarbeit ist für mich ein wesentlicher Bestandteil von Theaterarbeit. Ich verstehe sie nicht als Reaktion auf einzelne Vorfälle, sondern als Struktur und Haltung, die Räume bewusst gestaltet und Verantwortung sichtbar macht.
Ich gehe nicht davon aus, dass es den sicheren Ort gibt. Theater ist ein Ort von Nähe, Körperlichkeit, Emotion, Intimität und Macht – vollständige Sicherheit kann dort nicht garantiert werden. Mein Ziel ist es vielmehr, Räume zu schaffen, die vielleicht sicherer, aber vor allem mutig sind: Räume, in denen Grenzen ernst genommen werden, in denen reproduzierte Diskriminierung benannt werden kann und in denen Menschen nicht alleine bleiben, wenn etwas passiert.
Meine Expertisen in der Awarenessarbeit liegen bei traumasensiblen und neurodivergenten Perspektiven. Theaterveranstaltungen können durch akustische, sensorische und visuelle Reize, soziale Dynamiken, uneindeutige Erwartungen sowie durch explizite Nacherzählungen oder das Zeigen traumasensibler Inhalte überfordernd sein oder triggern.
Dementsprechend sehe ich es als wichtig an, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Wahlmöglichkeiten eröffnen, unterschiedliche Bedürfnisse anerkennen und Ansprechbarkeiten sowie Rückzugsorte ermöglichen.
Ich verstehe Awarenessarbeit als eine Übergangsstruktur: Es braucht Vorreiter*innen, die Diskriminierung sowie psychisch oder kognitiv überfordernde Situationen als solche wahrnehmen, ansprechen und abbauen. Menschen, die Vorbilder für Interventionen sind, auf die sich verlassen werden kann – gerade in Momenten, die sonst unsichtbar bleiben. Menschen, die ansprechbar sind, Betroffene aktiv ansprechen und Unterstützung anbieten.
Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen und darum, dass Awareness langfristig überflüssig werden soll. Awareness bedeutet für mich, Räume zu ermöglichen, in denen verlernt werden darf, gelernt werden kann und Veränderung überhaupt erst möglich wird.
ANGEBOTE & KENNTNISSE
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Workshops zur Erstellung eines Code of Conduct und/oder eines Awarenessleitfadens mit Teams, Institutionen, Ensemble oder Gruppen
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Leitung und Durchführung von Awarenessarbeit in Theater- und Festivalzusammenhängen: Koordinierung von Teams, Beratung, Moderation und Intervention
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Seminare zur Einführung in die Awarenessarbeit: geschichtlicher und politischer Hintergrund, Grundlagen, Übungen zur Sensibilisierung für Grenzen, Bedürfnisse und Konsens, eigene Reflexion sowie Anwendungen in Krisensituationen
(z. B. Trigger, Reizüberflutung) anhand von Fallbeispielen und Rollenspielen -
Einrichtung und Ausstattung von Ruhe- und Rückzugsorten und/oder Awarenessteams
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Beratung und Sensitivity Watching für Produktionen unter den Gesichtspunkten Diskriminierung, Traumasensibilität und neurodivergente Ausschlüsse